Digitale Waldinventur mit SLAM-Laserscanning

Digitale Waldinventur mit SLAM-Laserscanning

Die digitale Waldinventur gewinnt in der modernen Forstwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Mobile SLAM-Laserscanner ermöglichen es, Waldbestände schnell, dreidimensional und nachvollziehbar zu erfassen. Baumdurchmesser, Holzpolter oder Rückegassen lassen sich effizient dokumentieren und bilden die Grundlage für fundierte Entscheidungen in der Waldbewirtschaftung.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was eine digitale Waldinventur ist, welche Rolle SLAM-Laserscanning dabei spielen kann und für welche Anwendungen sich die Technik besonders eignet.

 

Was ist eine digitale Waldinventur?

Die Waldinventur bildet die Grundlage für nahezu alle Entscheidungen in der modernen Forstwirtschaft. Dabei werden unter anderem Baumarten, Baumdurchmesser, Bestandsdichte, Holzvorräte und der Zustand eines Waldes erfasst und dokumentiert.

Traditionell erfolgt diese Aufnahme häufig stichprobenartig und mit manuellen Messverfahren. Das liefert zwar belastbare Ergebnisse, ist jedoch zeitaufwendig und personalintensiv. Aktuelle Forschungs- und Digitalisierungsprojekte verfolgen deshalb das Ziel, die Waldinventur durch moderne Sensorik, Laserscanning und digitale Auswertungsverfahren effizienter und flächendeckender zu gestalten.

Bei einer digitalen Waldinventur wird der Waldbestand dreidimensional erfasst. Das Ergebnis ist eine hochauflösende Punktwolke – ein digitales Abbild des Waldes. Aus diesen Daten lassen sich zahlreiche Informationen automatisiert ableiten oder später erneut auswerten.

💡

Eine einmal aufgenommene Punktwolke kann auch Jahre später erneut ausgewertet werden, ohne dass die Fläche erneut vollständig vermessen werden muss.

Digitale Waldinventur im Überblick:

Wälder stellen Vermessungssysteme vor besondere Herausforderungen. Dichte Baumkronen schränken GNSS-Signale ein, unwegsames Gelände erschwert die Arbeit und viele Bereiche sind mit Fahrzeugen nur schwer erreichbar.

Mobile SLAM-Laserscanner bieten hier einen anderen Ansatz. Während sich der Anwender durch den Bestand bewegt, erzeugt das System kontinuierlich eine dreidimensionale Punktwolke. Die Position wird dabei nicht ausschließlich über GNSS bestimmt, sondern zusätzlich über LiDAR-Sensoren und Trägheitsmesssysteme (IMU). Dadurch lassen sich auch Bereiche unter dichtem Kronendach zuverlässig erfassen.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass neben den Bäumen gleichzeitig Bodenstrukturen, Wege, Rückegassen oder Holzpolter dokumentiert werden können.

Der Brusthöhendurchmesser (BHD) gehört zu den wichtigsten Kennwerten der Forstwirtschaft. Gemessen wird der Stammdurchmesser eines Baumes in einer Höhe von 1,30 m über dem Boden. Zusammen mit Baumhöhe und Baumart bildet er die Grundlage für viele Berechnungen – beispielsweise zur Holzvorratsschätzung oder zur Bewertung der Bestandsentwicklung.

Mit mobilen Laserscannern lassen sich Baumstämme dreidimensional erfassen. Spezielle Auswertealgorithmen können daraus den Stammdurchmesser automatisch bestimmen. Dadurch entfällt ein großer Teil der manuellen Einzelmessungen, während gleichzeitig deutlich mehr Bäume dokumentiert werden können.

Auch Holzpolter lassen sich mit mobilen Laserscannern schnell und berührungslos erfassen. Aus der Punktwolke können Volumen, Abmessungen und Lagerflächen bestimmt werden.

Gerade bei größeren Holzmengen reduziert dies den Aufwand gegenüber manuellen Aufmaßen erheblich. Gleichzeitig entsteht eine nachvollziehbare digitale Dokumentation für Inventur, Abrechnung oder Logistik.

Rückegassen dienen dazu, Forstmaschinen gezielt durch den Bestand zu führen und den übrigen Waldboden vor Verdichtung zu schützen. Für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ist ihre eindeutige Dokumentation von großer Bedeutung.

Digitale Punktwolken ermöglichen es, Rückegassen dauerhaft zu erfassen und georeferenziert zu dokumentieren. Dadurch bleiben sie auch dann nachvollziehbar, wenn Markierungen im Bestand mit der Zeit verschwinden. Forschungsprojekte beschäftigen sich inzwischen sogar mit der automatisierten Erkennung von Rückegassen auf Basis von Laserscandaten und KI-Verfahren.

Der größte Vorteil digitaler Datensätze zeigt sich häufig erst über mehrere Jahre.

Wer einen Bestand regelmäßig mit derselben Methode erfasst, kann Veränderungen objektiv nachvollziehen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Zuwachs einzelner Bäume
  • Veränderungen der Bestandsstruktur
  • Sturmschäden
  • Totholzentwicklung
  • Veränderungen der Bodenstruktur


Dadurch entsteht Schritt für Schritt ein digitaler Zwilling des Waldes, der Entscheidungen im Bestandsmanagement unterstützt. Wiederholte Laserscans werden zunehmend als Grundlage für Monitoring- und Inventuraufgaben untersucht.

Mobiles SLAM-Laserscanning bietet zahlreiche Vorteile, ersetzt jedoch nicht jede Vermessungsmethode.

Besonders geeignet

✅ Waldinventuren
✅ Bestandsdokumentation
✅ Holzpolter
✅ Rückegassen
✅ Monitoring
✅ Digitale Zwillinge

Grenzen
  • sehr dichte Vegetation kann die Datenauswertung erschweren
  • absolute Höchstpräzision im Millimeterbereich bleibt klassischen Vermessungsverfahren vorbehalten
  • großflächige Gesamtaufnahmen werden häufig sinnvoll mit Drohnen oder Airborne-Laserscanning ergänzt


In der Praxis werden deshalb oft mehrere Verfahren kombiniert. Mobile Laserscanner liefern detaillierte Informationen im Bestand, während Drohnen oder flugzeuggestützte LiDAR-Systeme großflächige Übersichten bereitstellen.

Für die mobile Waldinventur kommen insbesondere tragbare SLAM-Laserscanner infrage. Entscheidend sind unter anderem Gewicht, Reichweite, Bedienbarkeit, Georeferenzierung sowie die Möglichkeiten der Datenauswertung.

Bei der Aurich & Hallbauer GmbH kommen beispielsweise der CHCNAV RS10, RS30 oder – für kompakte Innen- und Nahbereichsanwendungen – der RS7 zum Einsatz.

Häufige Fragen aus der Praxis (FAQ)

Eine digitale Waldinventur erfasst Waldbestände mithilfe moderner Mess- und Sensortechnik. Statt einzelne Werte ausschließlich manuell aufzunehmen, entstehen digitale Datensätze, zum Beispiel Punktwolken, aus denen Baumdurchmesser, Bestandsstrukturen, Holzpolter oder Rückegassen ausgewertet werden können.

Der Brusthöhendurchmesser, kurz BHD, ist ein zentraler Kennwert in der Forstwirtschaft. Er wird in 1,30 m Höhe am Baum gemessen und dient unter anderem zur Einschätzung von Holzvorrat, Zuwachs und Bestandsentwicklung.

Ein SLAM-Scanner erfasst Baumstämme dreidimensional als Punktwolke. Aus diesen Daten kann der Durchmesser in Brusthöhe softwaregestützt abgeleitet werden. Entscheidend sind dabei Punktdichte, Aufnahmequalität, Auswertesoftware und die Struktur des Bestandes.

SLAM-Laserscanning ermöglicht eine schnelle, berührungslose und flächige Erfassung von Waldbeständen. Der Anwender bewegt sich durch den Bestand und nimmt dabei Bäume, Bodenstrukturen, Wege, Rückegassen oder Holzpolter digital auf.

Ja. Holzpolter können mit mobilen Laserscannern dreidimensional erfasst werden. Aus der Punktwolke lassen sich Volumen, Abmessungen und Lagerflächen ableiten. Das unterstützt Inventur, Abrechnung und Dokumentation.

Ja. Rückegassen lassen sich mit SLAM-Laserscanning digital erfassen und nachvollziehbar dokumentieren. Das kann besonders hilfreich sein, wenn Befahrungsanteile, Bodenschutz oder nachhaltige Waldbewirtschaftung nachgewiesen werden sollen.

Das lässt sich nicht pauschal sagen. GNSS liefert georeferenzierte Einzelpunkte, ist unter dichtem Kronendach jedoch oft eingeschränkt. SLAM-Laserscanning liefert eine dichte 3D-Punktwolke und eignet sich besonders zur flächigen Erfassung von Strukturen. In der Praxis können beide Verfahren sinnvoll kombiniert werden.

Sehr dichte Vegetation, schlechte Sichtlinien, unruhige Bewegungen oder schwierige Geländeformen können die Aufnahme und Auswertung beeinflussen. Für großflächige Übersichten können Drohnen oder flugzeuggestützte Verfahren ergänzend sinnvoll sein.

Geeignet sind mobile SLAM-Laserscanner, die robust, tragbar und einfach bedienbar sind. Wichtig sind ausreichende Reichweite, gute Punktdichte, zuverlässige Datenerfassung und eine passende Software für Auswertung und Weiterverarbeitung.

Möchten Sie prüfen, ob mobiles SLAM-Laserscanning Ihre Waldinventur beschleunigen kann?

Jeder Waldbestand stellt andere Anforderungen. Deshalb zeigen wir Ihnen die Technik gern direkt im praktischen Einsatz – auf Ihrem Betriebsgelände oder im Wald.

Gemeinsam prüfen wir, ob mobiles Laserscanning für Ihre Aufgaben geeignet ist und wie sich die Daten in Ihren bestehenden Workflow integrieren lassen.

✓ Persönliche Beratung
✓ Vorführung direkt im Bestand
✓ Unterstützung beim ersten Projekt
✓ Kauf- oder Mietlösung möglich

👉 Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gern persönlich.

Kontakt

Aurich & Hallbauer GmbH
Mitteldeutsche Vermessungstechnik
04177 Leipzig Endersstraße 28 
Telefon: +49 341 477 4732
Telefax: +49 341 477 4734
E-Mail: service@vermessungsinstrumente.de
Internet: www.vermessungsinstrumente.de