Leitungssuchgeräte & Ortungstechnik – Kabel und Rohre sicher orten
Erst orten, dann graben: Warum Leitungsortung so wichtig ist
Unter unseren Füßen befindet sich eine Infrastruktur, die man an der Oberfläche meist nicht sieht:
Stromkabel, Telekommunikationsleitungen, Gas- und Wasserleitungen, Rohrleitungen sowie Steuer- und Signalkabel.
Wer bei Tiefbauarbeiten, im Garten- und Landschaftsbau oder auf bestehenden Grundstücken in den Boden eingreift, sollte deshalb möglichst genau wissen, wo vorhandene Leitungen verlaufen.
Moderne Leitungssuchgeräte helfen dabei, unterirdische Kabel, metallische Rohrleitungen und andere verborgene Infrastruktur zu lokalisieren.
Doch wie funktioniert Leitungsortung eigentlich – und warum reicht ein einfaches Leitungssuchgerät nicht für jede Aufgabe?
Überblick:
Wie funktioniert ein Leitungssuchgerät?
Wie funktioniert ein Leitungssuchgerät?
Ein klassisches Leitungssuchgerät arbeitet mit elektromagnetischen Signalen.
Vereinfacht gesagt sucht der Empfänger nicht direkt nach einem Kabel oder Rohr. Er erkennt ein elektromagnetisches Feld, das von einer leitfähigen unterirdischen Struktur ausgeht oder gezielt auf diese aufgebracht wurde.
Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwei Verfahren:
Passive und aktive Ortung
Passive Ortung
Passive Ortung
Bei der passiven Ortung wird ein Signal genutzt, das auf der Leitung bereits vorhanden ist.
Typische Beispiele sind elektromagnetische Felder von:
- stromführenden Kabeln
- elektrischen Versorgungsleitungen
- Leitungen, die bestimmte Funksignale aufnehmen und weiterführen
Der große Vorteil:
Für eine erste Suche wird kein zusätzlicher Sender benötigt.
Der Anwender kann ein Gelände mit dem Empfänger absuchen und vorhandene Signale lokalisieren.
Aber:
Eine Leitung, auf der kein ausreichend starkes oder geeignetes Signal vorhanden ist, kann bei einer rein passiven Suche möglicherweise unentdeckt bleiben.
Keine Anzeige bedeutet deshalb nicht automatisch: Hier liegt keine Leitung.
Aktive Ortung
Aktive Ortung: Wenn eine bestimmte Leitung verfolgt werden soll
Bei der aktiven Ortung wird ein definiertes Signal gezielt auf eine Leitung übertragen.
Dafür kommt zusätzlich zum Ortungsempfänger ein Signalsender zum Einsatz.
Das Sendesignal kann – abhängig von Leitung, Zugänglichkeit und Aufgabe – auf unterschiedliche Weise eingebracht werden.
Direktanschluss
Der Sender wird direkt mit der zugänglichen leitfähigen Leitung verbunden. Das Signal kann anschließend gezielt entlang dieser Leitung verfolgt werden.
Sendezange
Eine Signalzange wird um die Leitung gelegt und koppelt das Ortungssignal ohne direkten elektrischen Anschluss ein.
Induktion
Der Sender überträgt sein Signal berührungslos. Praktisch – allerdings können dabei auch benachbarte leitfähige Strukturen Signale aufnehmen.
Was kann mit Leitungssuchgeräten geortet werden?
Leitungssuchgeräte eignen sich insbesondere zur Ortung elektrisch leitfähiger Infrastruktur, beispielsweise:
- Stromleitungen
- metallische Rohrleitungen
- Telekommunikations- und Signalkabel
- bestimmte Wasser- und Gasleitungen
- metallische Kabelschutzsysteme
- mit Ortungsdraht ausgestattete Kunststoffleitungen
Entscheidend ist dabei:
Nicht jedes unterirdische Objekt lässt sich mit einem klassischen elektromagnetischen Leitungssuchgerät direkt orten.
Können auch Kunststoffrohre geortet werden?
Können auch Kunststoffrohre geortet werden?
Ein Kunststoffrohr erzeugt selbst kein elektromagnetisches Signal.
Deshalb kann ein normales PE-, PVC- oder anderes nichtleitendes Rohr mit einem klassischen Leitungssuchgerät nicht ohne Weiteres direkt lokalisiert werden.
Trotzdem gibt es Möglichkeiten.
Ortungsdraht
Ist entlang des Kunststoffrohres ein leitfähiger Ortungsdraht verlegt, kann dieser mit einem Sender besendet und anschließend verfolgt werden.
Ortungssonde
Eine kleine aktive Sonde erzeugt ein definiertes Signal und kann beispielsweise in ein Rohr oder einen Kanal eingebracht werden.
Der Empfänger lokalisiert anschließend die Position der Sonde von der Oberfläche aus.
Einschubsystem oder Trace Rod
Bei zugänglichen Rohrleitungen können spezielle einschiebbare Systeme verwendet werden.
Damit lässt sich beispielsweise der Verlauf einer nichtmetallischen Rohrleitung nachvollziehen.
So können auch Leitungen geortet werden, die selbst kein verwertbares elektromagnetisches Signal erzeugen.
Leitung orten oder Tiefe bestimmen – wo liegt der Unterschied?
Leitung orten oder Tiefe bestimmen – wo liegt der Unterschied?
Eine wichtige Aufgabe der Leitungsortung besteht zunächst darin, den horizontalen Verlauf einer Leitung möglichst zuverlässig zu bestimmen.
Leistungsfähigere Systeme können zusätzlich die ungefähre Tiefe einer besendeten Leitung bestimmen.
Dabei sollte man jedoch unterscheiden:
Eine angezeigte Ortungstiefe ist keine Freigabe zum bedenkenlosen Baggern.
Die Messung kann unter anderem beeinflusst werden durch:
- benachbarte Leitungen
- elektromagnetische Störungen
- ungünstige Signalübertragung
- Leitungslage
- Bodenverhältnisse
- falsche Ortungsfrequenz
- unzureichende Besendung
Die Tiefenanzeige ist deshalb eine wichtige zusätzliche Information – sie ersetzt aber nicht die fachgerechte Bewertung der gesamten Ortungssituation.
Typischer Workflow: Leitungen vor Tiefbauarbeiten orten
Typischer Workflow: Leitungen vor Tiefbauarbeiten orten
Ein sinnvoller Arbeitsablauf kann beispielsweise so aussehen:
1. Vorhandene Unterlagen prüfen
Leitungspläne und Bestandsinformationen geben erste Hinweise auf vorhandene Infrastruktur.
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2. Gelände systematisch absuchen
Mit passiven Ortungsmodi wird zunächst geprüft, welche Signale im Arbeitsbereich vorhanden sind.
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3. Relevante Leitung aktiv besenden
Wenn möglich, wird die zu verfolgende Leitung mit einem Sender gezielt mit einem Ortungssignal versehen.
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4. Leitungsverlauf bestimmen
Die Leitung wird mit dem Empfänger verfolgt und ihr Verlauf an der Oberfläche markiert.
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5. Tiefe und Signalqualität kontrollieren
Wo das System dies unterstützt, können zusätzliche Informationen wie Tiefe, Signalstärke oder Signalrichtung ausgewertet werden.
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6. Kritische Bereiche besonders prüfen
Abzweigungen, Kreuzungen, Störfelder und dicht belegte Leitungstrassen benötigen besondere Aufmerksamkeit.
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7. Ortung dokumentieren
Je nach Aufgabe können Verlauf und relevante Punkte markiert, dokumentiert oder vermessungstechnisch aufgenommen werden.
Erst danach beginnen die eigentlichen Erdarbeiten.
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Wo werden Leitungssuchgeräte eingesetzt?
Wo werden Leitungssuchgeräte eingesetzt?
Straßen- und Tiefbau
Vor Bagger-, Fräs- oder Bohrarbeiten müssen vorhandene Versorgungsleitungen möglichst zuverlässig lokalisiert werden.
Hier gehört die Leitungsortung zu den wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung von Leitungsschäden.
Garten- und Landschaftsbau
Auch vermeintlich kleine Eingriffe können vorhandene Kabel oder Rohrleitungen treffen.
Typische Anwendungen sind:
- Zaunbau
- Pflanzarbeiten
- Fundamentarbeiten
- Bewässerungsanlagen
- Wegebau
- Beleuchtungsanlagen
- Erdarbeiten auf Bestandsgrundstücken
Energieversorger und Netzbetreiber
Bei Strom-, Gas-, Wasser- und Telekommunikationsnetzen dient Ortungstechnik nicht nur der Schadensvermeidung, sondern auch der Identifikation und Nachverfolgung bestehender Leitungsnetze.
Kommunen und Bauhöfe
Leitungssuchgeräte können bei zahlreichen Unterhaltungs-, Reparatur- und Tiefbauarbeiten eingesetzt werden.
Vermessung und Bestandsdokumentation
Die Ortung zeigt, wo eine verborgene Leitung vermutlich verläuft.
Vermessungstechnik kann anschließend dafür sorgen, dass diese Information räumlich dokumentiert wird.
So können Leitungsortung und GNSS beziehungsweise Totalstation sinnvoll miteinander kombiniert werden.
Einfaches Leitungssuchgerät oder professionelles Ortungssystem?
Einfaches Leitungssuchgerät oder professionelles Ortungssystem?
Nicht jede Anwendung benötigt dasselbe System.
Für die Auswahl sollte deshalb weniger die Frage
„Welches Gerät ist das beste?“
im Vordergrund stehen, sondern vielmehr:
„Welche Leitungen möchte ich unter welchen Bedingungen orten?“
Für einfache Aufgaben kann ein kompakter Ortungsempfänger ausreichend sein.
Bei anspruchsvolleren Anwendungen können dagegen Funktionen wichtig werden wie:
- aktive Ortung mit verschiedenen Frequenzen
- Tiefenbestimmung
- Sondenortung
- Erkennung elektromagnetischer Störfelder
- Signalrichtungsbestimmung
- Datenspeicherung
- Bluetooth-Kommunikation
- Dokumentation der Ortung
- leistungsfähigere Sender
- unterschiedliche Möglichkeiten zur Signaleinkopplung
Welche Ortungstechnik gibt es?
Welche Ortungstechnik gibt es?
In der professionellen Leitungsortung kommen unterschiedliche Gerätekonzepte zum Einsatz.
Einfache Ortungsempfänger
Sie eignen sich beispielsweise für die grundlegende Suche nach vorhandenen Leitungen und zur Vermeidung von Kabelschäden.
Empfänger mit Sender
Die Kombination ermöglicht zusätzlich die gezielte aktive Besendung und Verfolgung einer bestimmten Leitung.
Professionelle Leitungsortungssysteme
Für komplexe Leitungsnetze und anspruchsvollere Aufgaben stehen Systeme mit erweiterten Ortungsmodi, unterschiedlichen Frequenzen und zusätzlichen Möglichkeiten zur Beurteilung der Signalqualität zur Verfügung.
In unserem Sortiment finden Sie unter anderem Systeme von Vivax Metrotech und GeoMax sowie passende Sender, Sendezangen, Sonden und weiteres Zubehör.
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Wo liegen die Grenzen der Leitungsortung?
Wo liegen die Grenzen der Leitungsortung?
Professionelle Ortungstechnik kann die Sicherheit bei Erdarbeiten erheblich verbessern.
Trotzdem gilt:
Kein Leitungssuchgerät kann garantieren, dass jede vorhandene Leitung gefunden wird.
Problematisch können beispielsweise sein:
- nichtleitende Rohre ohne Ortungsdraht
- Leitungen ohne verwertbares passives Signal
- dicht nebeneinanderliegende Leitungen
- parallele metallische Strukturen
- starke elektromagnetische Störungen
- schlechte oder fehlende Signaleinkopplung
- unbekannte Abzweigungen
- sehr tiefliegende Leitungen
Deshalb ist professionelle Leitungsortung kein einfaches „Piepen = Leitung“-Verfahren.
Entscheidend sind immer:
geeignete Technik + richtige Methode + systematische Suche + Erfahrung des Anwenders.
Leitungssuchgerät, Bodenradar oder Vermessungstechnik?
📱 Hinweis für Smartphonenutzer: Die Tabelle kann nach links und rechts gewischt werden.
| Technologie | Hauptaufgabe | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Leitungssuchgerät | Elektromagnetische Ortung | Kabel, leitfähige Leitungen, Sonden und besendete Systeme orten |
| Bodenradar | Untersuchung des Untergrundes mit Radarwellen | Verborgene Strukturen und Objekte im Untergrund untersuchen |
| GNSS / Totalstation | Geometrische Vermessung | Ermittelte Leitungspositionen koordinatenmäßig erfassen und dokumentieren |
Welche Ortungstechnik passt zu meiner Aufgabe?
Leitungssuchgeräte & Ortungsempfänger
Leitungssuchgeräte & Ortungsempfänger
Für die grundlegende oder professionelle Suche nach unterirdischen Leitungen.
Sender & Signalgeber
Sender & Signalgeber
Für die gezielte aktive Besendung und Verfolgung von Leitungen.
Sonden & Rohrortung
Sonden & Rohrortung
Für die Ortung beispielsweise von Rohrleitungen, Kanälen und nichtmetallischen Leitungssystemen.
Komplettsysteme
Komplettsysteme
Empfänger, Sender und passendes Zubehör als abgestimmtes Ortungssystem.
Leitungssuchgeräte: Gut zu wissen
Kann ich mit einem Leitungssuchgerät jedes Kabel finden?
Nein. Ob eine Leitung erkannt werden kann, hängt unter anderem davon ab, ob ein geeignetes elektromagnetisches Signal vorhanden ist oder gezielt auf die Leitung übertragen werden kann.
Brauche ich immer einen Sender?
Nein. Bei der passiven Ortung können vorhandene elektromagnetische Signale genutzt werden.
Für die gezielte Verfolgung einer bestimmten Leitung ist die aktive Besendung mit einem Sender jedoch häufig die bessere Methode.
Kann ein Leitungssuchgerät Kunststoffrohre finden?
Das Kunststoffrohr selbst normalerweise nicht. Eine Ortung kann aber beispielsweise über einen Ortungsdraht, eine Sonde oder ein einschiebbares Ortungssystem erfolgen.
Kann die Tiefe einer Leitung gemessen werden?
Viele professionelle Systeme bieten eine Tiefenbestimmung. Die Genauigkeit hängt jedoch von der Ortungssituation und der Qualität des Signals ab.
Kann man eine gefundene Leitung anschließend vermessen?
Ja. Die ermittelte Leitungsposition kann beispielsweise mit GNSS oder einer Totalstation aufgenommen und anschließend digital dokumentiert werden.
Reicht ein Leitungssuchgerät vor dem Baggern aus?
Ein Leitungssuchgerät ist ein wichtiges Werkzeug zur Schadensvermeidung, ersetzt aber nicht automatisch Leitungspläne, fachgerechte Arbeitsvorbereitung und gegebenenfalls weitere Verfahren zur Verifizierung der Leitungslage.
Welche Ortungstechnik passt zu Ihrer Aufgabe?
Vom einfachen Leitungssucher bis zum professionellen Ortungssystem mit Sender, Sonden und umfangreichen Ortungsfunktionen: Wir unterstützen Sie bei der Auswahl einer geeigneten Lösung.
Häufige Fragen aus der Praxis (FAQ)
Wie tief können Leitungssuchgeräte Kabel und Rohre orten?
Das hängt stark vom verwendeten Ortungssystem, dem Signal, der Leitung und den Umgebungsbedingungen ab. Einfache Leitungssucher und professionelle Ortungssysteme unterscheiden sich hier deutlich. Hochwertige Systeme können Leitungen unter geeigneten Bedingungen auch in mehreren Metern Tiefe erfassen.
Die maximale Ortungstiefe sollte deshalb nicht als allgemeiner Wert, sondern immer anhand des verwendeten Gerätes und der jeweiligen Messsituation beurteilt werden.
Funktionieren Leitungssuchgeräte auch bei stromlosen Kabeln?
Ja – allerdings nicht in jedem Ortungsmodus.
Ein stromführendes Kabel kann aufgrund des vorhandenen Netzsignals häufig passiv geortet werden. Bei einem stromlosen Kabel kann dagegen ein Sender ein definiertes Ortungssignal auf die Leitung übertragen.
Damit lässt sich die Leitung anschließend gezielt mit dem Empfänger verfolgen.
Auch passive Radiosignale können sich auf langen leitfähigen Kabeln oder Rohrleitungen ausbreiten. Eine aktive Besendung ist für die gezielte Leitungsverfolgung jedoch wesentlich eindeutiger.
Was ist der Unterschied zwischen passiver und aktiver Leitungsortung?
Bei der passiven Ortung sucht der Empfänger nach elektromagnetischen Signalen, die bereits auf einer Leitung vorhanden sind – beispielsweise Netzstrom- oder Radiosignalen.
Bei der aktiven Ortung wird dagegen mit einem Sender gezielt ein definiertes Signal auf die gewünschte Leitung übertragen.
Das kann durch direkten Anschluss, eine Sendezange oder induktive Einkopplung erfolgen.
Die aktive Ortung ermöglicht deshalb eine wesentlich gezieltere Verfolgung bestimmter Leitungen.
Kann man Kunststoffrohre oder Glasfaserleitungen orten?
Reine Kunststoffrohre erzeugen selbst kein elektromagnetisches Signal und können deshalb mit einem klassischen Leitungssuchgerät nicht direkt geortet werden.
Eine Ortung ist trotzdem möglich, beispielsweise über:
- einen mitverlegten Ortungsdraht,
- eine in das Rohr eingebrachte Sonde oder
- einen einschiebbaren Trace Rod.
Bei komplexeren Aufgaben kann zusätzlich Bodenradar beziehungsweise Georadar eingesetzt werden.
Wie genau ist die Tiefenbestimmung bei der Leitungsortung?
Professionelle Leitungssuchgeräte können neben dem Leitungsverlauf auch eine geschätzte Tiefe anzeigen. Die erreichbare Genauigkeit hängt jedoch stark von Gerät, Signalqualität und Ortungssituation ab.
Hersteller hochwertiger Systeme geben unter geeigneten Bedingungen beispielsweise Tiefengenauigkeiten im Bereich weniger Prozent an.
In der Praxis können benachbarte Leitungen, Störsignale, ungünstige Signaleinkopplung oder komplexe Leitungssituationen das Ergebnis beeinflussen.
Eine angezeigte Tiefe ist deshalb keine Freigabe zum bedenkenlosen Baggern.
Wie unterscheidet sich ein Leitungssuchgerät von einem Georadar?
Ein klassisches Leitungssuchgerät nutzt elektromagnetische Signale, die auf Kabeln oder anderen leitfähigen Strukturen vorhanden sind oder gezielt aufgebracht werden.
Ein Georadar sendet dagegen Radarimpulse in den Boden und wertet Reflexionen verschiedener Untergrundstrukturen aus.
Dadurch können sich beide Technologien sinnvoll ergänzen:
Leitungssuchgerät: gezielte Ortung leitfähiger beziehungsweise besendeter Leitungen
Georadar: Untersuchung weiterer Strukturen und Objekte im Untergrund
Welche Technik sinnvoller ist, hängt von der konkreten Aufgabe ab.
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